Pokerkönig - Finale im Juni 2009!

 
   

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Januar 2008


Flagge: Germany EPT German Open: Endloses Vorspiel, schleppender Start

30. Januar 2008


Der Stop der European Poker Tour (EPT) brachte für den Turnierdirektor Thomas Kremser aus Österreich eine Premiere. "Zum ersten Mal kann ich die Teilnehmer bei einem EPT-Turnier in deutscher Sprache begrüßen", meinte Kremser fröhlich. Das erste Turnier in Dortmund im Vorjahr hatte der weltweit gefragte Turnierdirektor nicht wahrnehmen können. Den 198 Spielern war die Ansprache nicht so wichtig, Hauptsache war, dass es nach einer Stunde Verspätung endlich losging. 

Auf die beiden IntelliPoker-Qualifikanten Andreas Hachmeister aus Berlin und Stefan Ebbing aus Coesfeld, die an Tag 1A antreten mussten, warteten ein paar Poker-Schwergewichte. Der Berliner nahm am selben Tisch wie der Bracelet-Gewinner Alexander Kravchenko (Russland), Juha Helppi (Finnland) und Rob Hollink (Niederlande) Platz. Stefan Ebbing sitzt mit Cort Kibler-Melby (Berlin) und Adrian Koy (Konstanz) an Tisch drei zusammen.

Geduld und Ausdauer sind gefragte und geforderte Eigenschaften bei Pokerspielern. Zu Beginn des EPT-Turniers in Dortmund brauchte man beides in hohem Maße. Die Teilnehmer am Supersatellite übten zunächst das Schlangestehen, sodass der Kampf um die 27 Plätze verspätet begann. Über zwölf Stunden zog sich dann das Ringen um die begehrten Tickets, die einen Wert von €8.000 umfassten. Morgens gegen neun Uhr standen die Qualifizierten endlich fest. Da blieb nicht viel Zeit, sich auf den sechs Stunden später beginnenden Tag eins vorzubereiten, zumal die Registrierung ähnlich langsam wie am Vortag vonstatten ging. Der einzige Trost: Es gab eine zusätzliche Stunde Erholungszeit weil ... siehe oben. 

Quelle ISA-Guide


Flagge: Great Britain Dave "Devilfish" Ulliott - Player Of The Year 2007!

28. Januar 2008


Savantos
Geliebt und gehasst – dieser Pokerpro polarisiert sehr. Nun wurde "Devilfish" nach der Wertung des Card-Player-Magazins Europas Spieler des Jahres 2007. Ausschlaggebend für den Titel war der dritte Platz im WPT Doyle Brunson Classic im Dezember 2007.

So verdrängte er Chris Bjorin quasi auf den letzten Drücker vom Platz 1. Zuvor hatte der Schwede fast ein Jahr lang das Ranking mit beeindruckenden Ergebnissen dominiert.

Seine "Karriere" begann aber anders: Dave Ulliott wurde als Sohn von Stanley Ulliott, der als Fallschirmjäger im 2. Weltkrieg diente und dessen Frau Joyce (geborene Jefferson) am 1.4.1962 in Hull geboren. Mit seinen Eltern und seiner Schwester Janet, die später an Krebs starb, wuchs er in einer Siedlung der Arbeiterklasse auf. So hatte er in seiner Jugend und als Erwachsener eher anderes im Sinn - Bevor er Pokerprofi wurde, war Ulliot ein Teil der Huller Unterwelt. Er war kurzzeitig Mitglied einer Musikband und verließ im Alter von 15 Jahren die Schule ohne jegliche Ausbildung, um als Trophäenhersteller zu arbeiten. Nachdem er einen Buchmacher besucht hatte und die erste Wette mit der Auszahlung 50:1 gewonnen hatte, begann er mit den Pferdewetten. Schließlich verlor er seine Anstellung, weil er einen ganzen Nachmittag auf der Pferderennbahn verbracht hatte. Im Alter von 19 Jahren geriet er auf seinem Heimweg in einen Kampf und wurde dabei verletzt. Nachdem er von einem Safeknacker-Team angeheuert wurde, wurde er von der Polizei gefasst und mehrere Gefängnisstrafen folgten.

Aber bereits in jungen Jahren spielte er mit seinen Eltern Poker. In den 1990ern lernte er Gary Whitaker kennen und verbuchte bald die ersten finanziellen Erfolge. Es wird berichtet, dass Ulliott bei privaten Spielen oft ein Gewehr mitnahm um die Gegenspieler einzuschüchtern. Am Pokertisch ist der Brite bekannt dafür, orange Sonnenbrillen und Schlagringe zu tragen, auf denen die Worte Devil und Fish eingraviert sind.

1993 gewann Ulliott zum ersten Mal Geld beim Pokern, 1996 erspielte er sich innerhalb von zwei Wochen 100.000 Pfund Preisgeld, was ihn dazu veranlasste zum ersten Mal nach Las Vegas zu gehen. Nun gilt er als der beste europäische Omaha Hold'em-Spieler. Bei zwei WSOP-Turnieren musste er sich nur Burt Boutin geschlagen geben. Bis dato gewann er etwa $ 4.500.000 - bei offiziellen Pokerturnieren.

Bei der WSOP 1997 verlor er in kurzer Zeit $ 200.000 und weitere $ 20.000, die er sich nach seinen Verlusten ausgeborgt hatte. Er kratzte weitere $ 2.000 zusammen um in der Variante Pot Limit Texas Hold'em zu spielen. Er kam bis ins Heads up gegen seinen Landsmann Chris Truby. Bei der letzten Hand ging er mit einem Flush- und Open-Ended-Straight-Draw All in. Ulliott gewann mit einer Straight auf dem River und erhielt dadurch $ 180.310 und sein erstes Bracelet! In der weiteren Folge des Turniers nahm er auch an diversen Cash Games teil, so dass er am Ende über $ 700.000 Gewinn verbuchen konnte. Bei einem Turnier der World Poker Tour in Tunica konnte er sich gegen ein Teilnehmerfeld von 160 Spieler durchsetzen und ein Preisgeld von fast $ 600.000 gewinnen. Zweiter bei diesem Turnier wurde Phil Ivey. Ulliott nahm außerdem noch erfolgreich am Late Night Poker Event und an diversen kleineren Turnieren teil, wie etwa dem PartyPoker Football & Poker Legends Cup und dem Intercontinental Poker Championship.

Quelle ISA-Guide


Flagge: Switzerland Pokern hat viele Gesichter

25. Januar 2008


Von Fredi Kurth

Weshalb das einst verrufene Spiel auch bei uns salonfähig geworden ist

Die Szene erinnert weder an Al Capone noch an Charles Bronson. Sie erinnert eher an eine Jassrunde mit Jünglingen, die soeben die Faszination eines Kartenspiels entdeckt haben. Aber ihre Worte sind nicht Trumpf-Buur, As, Obenabe oder Unänufe, sondern sie reden von Flush, Drillingen, Paaren oder Full House. Sie spielen Poker. Und die Lokalität ist nicht ein verrauchter Westernsalon, sondern eine gute Schweizer Stube.

Ausfällig werden sie kaum. Das halbe Dutzend junger Männer, unter anderen ein Automechaniker, ein Dachdecker, ein Gemeindeangestellter und ein Informatiker-Lehrling, reagiert ziemlich ruhig auf die Höhen und Tiefen einer Pokerpartie. Sie knabbern Gebäck und trinken Cola. Mal beklagt einer leise sein Pech. Dann hat es sich aber: Der Gewinner des Abends sackt in stiller Zufriedenheit rund 20 Franken ein.

Per Internet importiert aus USA

Poker kann auch anders gespielt werden. Im Casino, im Internet, für ein paar Dollars oder für 80 000 Dollars.

Pokern hat viele Gesichter. Es spricht alle sozialen Schichten an. Businessleute, Studenten, Arbeiter. Richard Honegger, Chef der casinoschule.ch, instruierte jüngst auch einen Damenjassclub, der schon seit 50 Jahren besteht. «Die wollten mal etwas anderes machen», sagt er, «Pokern ist zum populärsten Spiel geworden, wenn wir vielleicht mal von der Euro 08 absehen.»

In Nordamerika pokern rund 100 Millionen Menschen. Es hat dort die gleiche Bedeutung wie bei uns ein währschafter Jass. Durch das Aufkommen im Internet verbreitete sich Poker auch in der Schweiz epidemieartig. Waren Ende der 90er rund 1000 Spieler davon fasziniert, sind es heute – genaue Zählungen gibt es keine – wohl mehrere Zehntausend.

Moneymakers Coup verlockt

Zwei Gründe sind es vor allem, weshalb Poker Menschen magisch anzieht: erstens das spannende Spiel, zweitens die Hoffnung, damit Geld zu verdienen. Chris Moneymaker gewann 2002 als Weltmeister 2,5 Millionen Dollar. Für einen Einsatz von 40 Dollar hatte er via Internet die Qualifikation für die WM geschafft. Für die Teilnahme hätte er sonst 11 000 Dollar plus Reisekosten bezahlen müssen. «Solche Erfolgsgeschichten verlocken auch andere Leute», sagt Honegger, «nach dem Motto: Was der kann, kann ich auch.» Dann spielt es keine Rolle, ob Chris Moneymaker tatsächlich so heisst oder ob es sich um einen Phantasienamen handelt wie Miss Moneypenny.

Nicht zuletzt die Internet-Industrie «schmeckte den Braten», sagt Honegger. Party-Poker, die grösste Internet-Poker-Plattform, verzeichnete einen Börsengang von über 8 Milliarden Euro, die grösste Summe im betreffenden Jahr, und lockt täglich mehrere hunderttausend Spieler an. In Europa erscheint Full.Tilt.Poker aggressiv auf dem Markt, mit einem zweistelligen Millionenbudget.

Erfolgschance berechenbar

Im Spiel geht es darum, eine günstige Kombination mit fünf Karten zu erreichen. Mit dem Wissen um die Anzahl der guten eigenen und der guten verdeckten Karten kann ein Spieler die Wahrscheinlichkeit seines Erfolgs berechnen und seine Strategie festlegen (aggressiv oder zurückhaltend). Fortuna allerdings sitzt unsichtbar auch am Tisch, und es kann vorkommen, dass jemand mit schlechten Karten gewinnt, selbst wenn ein Gegner bessere hat. Somit kommt auch die Variante des Bluffens ins Spiel.

Das sprichwörtliche Pokerface hat nun seinen grossen Auftritt, wobei auch die Körpersprache einen Spieler verraten kann, wenn er bei guten Karten zum Beispiel immer am Ohrläppchen zupft und bei schlechten am Kopf kratzt. Aber er kann so die Mitspieler auch in die Irre führen, indem er just im entscheidenden Moment umgekehrte Gestik anwendet.

«Am besten im Kollegenkreis»

Mit Glück, sagen erfahrene Spieler, könne jemand kurzfristig Erfolg haben. Langfristig allerdings würden die Strategie und das notwendige Können den Ausschlag geben.

Es gibt Spieler, die mit Poker ihren Lebensunterhalt bestreiten. In der Schweiz, so schätzt Honegger, sind auf diese Weise rund ein Dutzend Profis im Einsatz. Diese nachzuahmen, wäre für die meisten fatal. Denn selbst Profis mussten schon ihr Pokerface zu einer Grimasse verziehen, als sie in Konkurs gegangen sind.

Poker für den Normalgebrauch kann auf verschiedene Art gelernt werden. In praxisnahen Kursen, wie sie zum Beispiel casinoschule.ch anbietet, im kleinen Kreis wie unsere jungen Pokerfaces in der guten Stube oder im Internet. Honegger rät ab, nach einem Kurs sofort das nächste Casino anzusteuern und an einem Cash-Game teilzunehmen: «Das kann sehr teuer werden, weil dort mit No-Limits-Einsätzen innerhalb kurzer Zeit mehrere hundert Franken verloren werden können.» Dort sitzen zudem erfahrene Zocker am Tisch, die nur auf naive Anfänger warten.

Internet: Vor- und Nachteile

Im Internet zu starten, ist besser, bedeutet aber sowohl Chance als auch Gefahr: Man kann dort für null bis über 1000 Franken Einsatz spielen, als Anfänger somit auch ohne Geldeinsatz – oder mit wenigen Rappen sehr lange, ohne gleich viel Geld zu verlieren. Aber im Umfeld einer Internet-Homepage sind auch jene Spieler zu sehen, die 100 Franken oder mehr pro Einsatz aufwerfen.

«Live zu spielen mit Kollegen kann ich am ehesten empfehlen», sagt Honegger, «da spielt auch das gemeinsame Erlebnis eine Rolle. Allerdings sollten die Einsätze nie hoch sein.»

Der Faktor Geselligkeit ist sonst, vor allem in Cash-Games oder Turnieren mit hohen Einsätzen, an einem kleinen Ort. So wie ein Tennisprofi (oder schon Hobbyspieler) seinen Gegner im Spiel «hassen» muss, um zu gewinnen, ist auch eine hochkarätige Pokerrunde kein Kaffeekränzchen. «Wenn es um Geld geht, hört die Freundschaft auf», sagt Honegger.

Suchtgefahr

Extrem hoch sei die Suchtgefahr. Nicht nur labile Geschöpfe seien schon häufig Opfer des Poker-Adrenalin-Kicks geworden. Sowohl der Reiz des Spiels als auch der Drang, Verluste mit höheren Einsätzen wettzumachen, könne zur Spielsucht führen. Davor warnen jeweils auch Profis, die zum Beispiel in den USA am Fernsehen auftreten und in einem Cash-Game auch mal 100 000 Dollar auf den Tisch legen.

Wer sich vorsieht und vor allem bei den Einsätzen nicht überbordet, kann alles im Griff halten – wie der Damenjassclub, der «mal etwas anderes» machen wollte. 

Quelle Schweizer Tagblatt


Flagge: Germany Die Pokerwoche in den Medien

25. Januar 2008


Poker boomt in Deutschland. Eine Binsenweisheit? Ja, für die vielen tausend Pokerbegeisterten, die mehr oder weniger regelmäßig bei Liveturnieren aller Größenordnungen oder im Internet dieser Trendsportart mit großer Begeisterung frönen. Doch in der breiten Öffentlichkeit und in den Medien erfährt Poker etwa dieselbe Aufmerksamkeit wie die Weltmeisterschaften im Angeln. Daran konnte auch Stefan Raab mit seiner Poker-Promirunde bei Pro7 nichts ändern, obwohl er selbst um Mitternacht noch ein Millionenpublikum vor der Mattscheibe fesselte. Bisher zumindest nicht.

In dieser Woche traf und trifft Poker auf eine geballte Medienaufmerksamkeit. Ein Artikel bei Welt-Online und einer beim Onlinedienst der Südwestpresse, praktisch im Tagesrhythmus erschienen. Obwohl beide Autoren mit unterschiedlichen Ansätzen das Thema angehen, haben sie eines gemein: Poker wird ohne die Klischees betrachtet. Man lässt das übliche Szenario mit verqualmten Hinterzimmern oder knackevollem Saloon hinter sich. Die Pokerstory endet weder mit einer wüsten Keilerei, noch mit einer tödlichen Ballerei. Einfach deshalb nicht, weil sich die Autoren sachkundig gemacht haben.

Wie sachkundig die deutsche Ausgabe des dänischen Pokermagazins ACE ausfallen wird, bleibt abzuwarten. Morgen soll sie an den Zeitungskiosken zu haben sein. Fachlich bestehen natürlich keine Bedenken. Aber das Bluff-Magazin musste erfahren, dass es einfach nicht reicht, kompetente Berichte in ein deutsches Kauderwelsch zu übersetzen. Außerdem sind weder das Championat von Nordjütland noch die Stadtmeisterschaft von Macclesfield Town die Themen, bei denen deutsche Pokerfans vor Aufregung und Begeisterung ausrasten. Doch belebt Konkurrenz bekanntlich das Geschäft. Nach den deutschen Magazinen Showdown, Royal Flush, Pokerblatt und Bluff wollen nun auch die Dänen mitspielen.

Und damit ist die Medien-Pokerwoche nicht vorbei. Morgen Abend präsentiert Weltmeister Michael Keiner Poker im Fernsehen. Als Gast in der Live-Talkshow 3 nach 9 auf N3 (22:00 Uhr) wird der Schönheitschirurg Poker mit Sicherheit weiter von dem angestaubten Image befreien können. Offenbar hat die Redaktion der Talkshow Spaß an den deutschen Poker-Assen gefunden. Auch Katja Thater hatte nach dem Gewinn ihres Bracelets in Las Vegas eine Einladung zur Plauderstunde erhalten.

Trotz dieser Aktivitäten wird Poker nun nicht gleich die Titelseiten der Zeitungen und Zeitschriften stürmen, auch die Schlagzeilen der Nachrichtensendungen werden weiter von anderen Ereignissen bestimmt werden. Doch macht eine solche Woche hoffungsfroh, dass Poker in der öffentlichen Wahrnehmung nicht länger nur ein dubioses Spiel von zweilichtigen Gestalten ist, sondern ein spannender, intellektueller Wettbewerb.

Quelle ISA-Guide


Flagge: United States of America Start der L.A. Poker Classics

24. Januar 2008


Während Deutschland der EPT Dortmund entgegenfiebert, überschlagen sich in den USA die Mega-Turnierserien. Bereits gestern begannen die L.A. Poker Classics 2008, deren Highlight das World Poker Tour Event von 23. bis 28. Februar ist.

Das Commerce Casino beheimatet den größten Pokerroom der Welt. Weit über 200 Tische stehen im Casino und auch die elektronischen Pokertische von Lightning Gaming haben ihren festen Platz im Commerce. Die L.A. Poker Classics sind die größte Turnierserie des Commerce. Denn schließlich wird bei den 29 Events ein Preispool von über USD 17.000.000 erwartet.

Letztes Jahr konnte sich Alexander Jung eines der Events sichern. Beim USD 1.500 No Limit Hold'em setzte er sich unter 379 Teilnehmern durch und holte sich USD 204.035. Dabei ließ er auch Profis wie David Pham, J.J. Liu, Thor Hansen, Allen Cunningham und Chris Bjorin hinter sich.

Gespielt wird No Limit Hold'em, Limit Hold'em, Seven Card Stud und Omaha, die Buy-Ins reichen von USD 300 bis eben USD 10.000 beim WPT Event. Im Anschluss an das eigentliche WPT-Event findet auch von 1. bis 3. März das alljährliche WPT Invitational statt. Letztes Jahr hatten 420 Spieler teilgenommen, am Ende hatte sich Adam Weinraub gegen Miami John Cernuto durchgesetzt und USD 125.000 dafür kassiert.

Das WPT Championship Event dagegen hatte sich Eric Hershler gesichert. 791 Spieler hatten für einen Preispool von USD 7.593.000 gesorgt und Hershler durfte sich USD 2.429.970 davon mitnehmen. Er hatte sich im Heads-Up gegen J.C. Tran durchgesetzt, den damals schon viele als Sieger glaubten.

Auch in diesem Jahr werden sich die Profis und solche, die es gerne werden wollen, die Chance auf einen Turniersieg im Commerce nicht entgehen lassen. Als eine der größten Turnierserien in den USA sind die L.A. Poker Classics jedes Jahr ein Pflichttermin für die Profis. Über ein Monat lang wird im Commerce gespielt und wir dürfen gespannt sein, wer aller eine Trophäe mit nach Hause nehmen darf. 

Quelle ISA-Guide


Flagge: Australian Aussie Millions Main Event: Kostritsyn besiegt Seidel und gewinnt den Titel

22. Januar 2008


John "Falstaff" Hartness

Sieben Spieler trafen sich am Finale Table des Aussie Millions Main Events 2008, um den Sieger zu ermitteln und um den Pokal und das Preisgeld für den 1.Platz in Höhe von 1.65 Millionen Dollar zu kämpfen. Vom ehemaligen Autoverkäufer bis zum 8-fachen WSOP Bracelet Gewinner, jeder dachte nur an eine Sache – Gewinnen. Das Haupthindernis auf dem Weg zum Sieg, war zu diesem Zeitpunkt Michael Chrisanthopoulos, welcher an diesem Tag als souveräner Chip-Leader startete.

Die Chip-Stacks zu Beginn dieses Tages waren folgendermaßen:

Sitz 1: Alexander Kostritsyn - 1,439,000
Sitz 2: Peter Mobbs - 1,357,000
Sitz 3: Antonio Casale - 1,995,000
Sitz 4: Erik Seidel - 1,491,000
Sitz 5: Nino Marotta - 1,649,000
Sitz 6: Michael Chrisanthopoulos - 6,806,000
Sitz 7: Peter Ling - 877,000

Peter Mobbs verschwendete keine Zeit und versuchte ein Double Up. Er raiste Preflop mit (A-Spades)(J-Spades), dann re-re-raiste er Alexander Kostritsyn und ging zum Schluss All-In als Kostritsyn re-re-re-raiste. Vor dem Flop lag Mobbs hinten, da Kostritsyn zeigte (A-Diamonds)(K-Spades), der Flop kam mit (J-Clubs)(8-Diamonds)(6-Clubs) und brachte Mobbs ein Paar Jacks. Aber der Turn kam mit (K-Diamonds) und zerstörte Mobbs Hoffnung auf den Turniersieg. Der River brachte eine (2-Clubs) und Peter Mobbs war auf Platz 7 (225.000$) ausgeschieden.

Der lokale Favorit Antonio Casale war der nächste Spieler, welcher ausscheiden musste und wieder waren Pocket Jacks und Kostritsyn die entscheidenden Faktoren in dieser Hand. Kostritsyn raiste, Casale re-raiste mit (J-Spades)(J-Clubs), Kostritsyn machte einen 3-Bet und Casale raiste erneut, daraufhin ging Kostritsyn All-In. Casale callte und musste feststellen, dass Kostritsyn (A-Hearts)(A-Clubs) auf der Hand hielt. Das Board brachte keinen weiteren Jack und somit war das Turnier für Antonio Casale auf Platz 6 (300.000$) beendet. Der Gewinn dieser Hand machte Alexander Kostritsyn zum Chip-Leader.

Einige Hände später musste Nino Marotta gegen Alexander Kostritsyn antreten. Marotta raiste Pre-Flop und Kostritsyn re-raiste mit (A-Spades)(J-Hearts). Marotta callte mit (Q-Spades)(10-Clubs). Als der Flop mit (J-Diamonds)(10-Hearts)(3-Spades) kam, ging Marotta All-In. Kostritsyn überlegte nicht lange und callte das All-In mit Top-Pair und Top Kicker. Eine (A-Diamonds) auf dem Turn verbesserte die Situation für Nino nicht wirklich und auch die (9-Spades) auf dem River verbesserte seine Karten nicht und konnte nicht verhindern, dass Nino Marotta auf Platz 5 (400.000$) ausscheiden musste.

Nachdem Marotta ausgeschieden war, dauerte es fast 2 Stunden, bis der nächste Spieler eliminiert wurde. Als der Flop mit (A-Clubs)(K-Clubs)(10-Hearts) kam, gingen Peter Ling und Michael Chrisanthopoulos All-In. Ling hatte (A-Spades)(5-Spades) auf der Hand und hatte nur wenige Outs, welche ihm den Sieg bringen könnten, da Chrisanthopoulos (A-Diamonds)(K-Hearts) auf der Hand hatte. Der Turn brachte die (9-Hearts), somit hatte Ling keine Chancen mehr diese Hand zu gewinnen. Die (8-Clubs) auf dem River konnte ihm auch nicht mehr zum Sieg verhelfen, somit war Ling auf Platz 4 (500.000$) eliminiert.

Der ehemalige Chip-Leader Chrisanthopoulos, war der nächste Spieler, welcher gehen musste. In der entscheidenden Hand musste er gegen Kostritsyn antreten. Erick Seidel raiste Pre-Flop, Chrisanthopoulos callte vom Small Blind und Kostritsyn re-raiste. Seidel foldete und Chrisanthopoulos ging All-In, Kostritsyn callte das All-In mit (10-Clubs)(10-Diamonds). Chrisanthopoulos zeigte (A-Clubs)(6-Clubs) und konnte nur noch darauf Hoffen, dass er seine Hand durch das Board verbessern könnte. Das Board kam mit (5-Spades)(5-Diamonds)(3-Clubs)(3-Spades)(10-Hearts), keine Hilfe für Chrisanthopoulos, somit war das Turnier für Chrisanthopoulos auf Platz 3 (700.000$) beendet. Bedingt durch das Ausscheiden von Chrisanthopoulos, wird auch im Jahr 2008 kein Australier das Aussie Millions Main Event gewinnen können. Erick Seidel musste nun im Heads-Up gegen Alexander Kostritsyn antreten, wobei Kostritsyn als Chip-Leader in diesen Zweikampf um den Titel ging:

Erik Seidel — 5,685,000
Alexander Kostritsyn — 9,925,000

Nach fast 2 Stunden Heads-Up schaffte es der junge Russe den amerikanerischen Superstar zu eliminieren und seinen ersten Aussie Millions Titel zu gewinnen. Seidel raiste Preflop und Kostritsyn callte, der Flop kam mit (J-Diamonds)(8-Spades)(7-Spades). Alexander Kostritsyn checkte und check-raiste All-In als Seidel setzte. Seidel zeigte (A-Spades)(Q-Clubs) und Kostritsyn legte (J-Hearts)(9-Hearts) auf den Tisch, er hatte das Top Pair und einen Gutshot Redraw. Der Turn und der River kam mit (3-Hearts)(K-Hearts), Alexander Kostritsyn's Jacks hielten und Seidel war auf Platz 2 (1.000.000 $) eliminiert. Alexander Kostritsyn konnte sich über den Gewinn des Aussie Millions Main Events 2008, den Champion-Titel und über ein Preisgeld in Höhe von 1.650.000 AUD $ freuen

Die Finale Table Platzierungen und die Preisgelder waren folgendermaßen:

1. Alexander Kostritsyn - AUD 1,650,000
2. Erik Seidel - AUD 1,000,000
3. Michael Chrisanthopoulos - AUD 700,000
4. Peter Ling - AUD 500,000
5. Nino Marotta - AUD 400,000
6. Antonio Casale - AUD 300,000
7. Peter Mobbs - AUD 225,000 

Quelle ISA-Guide


Flagge: Germany "Man kann auf Glück nicht setzen"

20. Januar 2008


Von Matthias Wulff

Das Jahr hat für Howard Lederer ganz ordentlich angefangen. In der vorvergangenen Woche gewann er bei den „Aussie Millions" 1,25 Millionen Dollar. Anfänglich war er ein permanenter Verlierer. Heute ist das kaum vorstellbar; ist er doch mit einem Gewinn von über fünf Millionen Dollar einer der erfolgreichsten Spieler weltweit. 

Das Jahr hat für Howard Lederer ganz ordentlich angefangen. In der vorvergangenen Woche gewann er bei den „Aussie Millions“ 1,25 Millionen Dollar. Lederer war ursprünglich ein sehr guter Schachspieler, entdeckte dann aber das Pokern für sich. Er lernte es auf dem harten Weg; anfänglich war er ein permanenter Verlierer. Heute ist das kaum vorstellbar; ist er doch mit einem Gewinn von über fünf Millionen Dollar einer der erfolgreichsten Spieler weltweit. Heute investiert er viel Zeit damit, anderen Menschen das Pokerspiel beizubringen. WELT ONLINE sprach mit Lederer über erfolgreiche Spieler und Verlierer. 

WELT ONLINE: Mister Lederer, sind Sie Missionar oder wieso bringen Sie den Menschen Pokern bei? Howard 

Lederer: Ich liebe es zu pokern. Es macht Freude sich zu verbessern. Ich kann einem Spieler den Übergang vom Anfänger zum fortgeschrittenen Anfänger erleichtern; ich kann ein Fundament legen. Und im Übrigen: Viel mehr wollen die meisten Spieler auch nicht. Sie wollen einfach gut gerüstet sein, wenn sie mit ihren Freunden zusammen sitzen und ein bisschen spielen. 

WELT ONLINE: Was zeichnet denn einen fortgeschrittenen Anfänger aus? 

Lederer: Er weiß, bei welchen Spielen er dabei sein sollte und bei welchen nicht. Die Kunst des Pokerns ist ja vor allem die richtige Entscheidung zu treffen. Ein Fortgeschrittener weiß um die Berechnung der Gewinnchancen, ob es Sinn macht zu erhöhen oder rauszugehen. Und er muss ein Verständnis dafür haben, warum der Gegner so setzt, wie er setzt. Das ist es im Großen und Ganzen. 

WELT ONLINE: Erfolgreiche Spieler haben früher häufig Mathematik, Statistik, Computerwissenschaft studiert, wenn auch nicht immer bis zum Abschluss. Wie intelligent muss man sein, um zu gewinnen? 

Lederer: Man muss irgendwann erkennen, über welche Art Intelligenz man verfügt. Manche Leute sind sehr gut darin eine Situation zu erahnen, manche Leute sind sehr gut im Kalkulieren der Gewinnchancen. Jeder Profispieler hat außergewöhnliche Fähigkeiten in dem einen oder anderen Feld. 

WELT ONLINE: Hat sich das Spiel in den vergangenen Jahren verändert? 

Lederer: Ja, das Spiel hat sich dramatisch verändert in den vergangenen fünf Jahren wegen des Internets und der TV-Übertragungen. Jeder kann den wirklich großartigen Spielern in die Karten schauen, was davor einfach undenkbar war. Und die Profispieler können sich gegenseitig in die Karten schauen und lernen voneinander. Aus alldem entsteht ein großer Pool an fortgeschrittenen Spielern. Mit den Büchern, dem Fernsehen, dem Internet lernen die Leute unglaublich schnell. Sie erkennen, wie sehr aggressives Spiel sich lohnt. Jeder gute Spieler muss an einem bestimmten Punkt sehr aggressiv spielen. 

WELT ONLINE: Warum sind so viele Menschen fasziniert vom Pokerspiel? 

Lederer: Es ist das ultimative Spiel. Es steht stellvertretend für das ganze Leben, es simuliert das Leben. Und du musst eine Menge über Dich selbst lernen. Immer wieder bist Du gezwungen die richtige Entscheidung in unterschiedlichen Situationen zu fällen und zu ahnen, was dein Kontrahent vorhat. Das macht es zu einem richtigen Spiel. Die Psychologie und Strategie ähnelt physischen Spielen wie Tennis. Man muss mit seinen Emotionen nach einer Niederlage klar kommen, man muss Ängste überwinden können. 

WELT ONLINE: Warum findet Pokern gerade jetzt so großen Anklang? 

Lederer: Wenn man merkt, wie man es zu verstehen beginnt, ist das Spiel an sich faszinierend. Und natürlich hat das Fernsehen geholfen, Menschen, die bislang ausgeschlossen waren, an das Spiel heranzuführen. 

WELT ONLINE: Und fangen dann im Internet an zu spielen. 

Lederer: Exakt. 

WELT ONLINE: Was ist Glück für Sie? 

Lederer: Glück? Ich weiß nicht, ob Glück existiert. Man kann auf das Glück nicht setzen. Im Nachhinein kann man sagen, man hätte Glück gehabt. Aber du kannst es nicht planen. Im Poker wie im Leben geht es darum richtige Entscheidungen zu treffen. Da sollte man nicht auf Glück setzen. Als Pokerspieler versucht man, den Glücksfaktor möglichst gering zu halten. Kurzfristig mag es Glück geben, langfristig nicht. Das Schöne am Pokern ist halt, dass jeder in einem einzelnen Spiel gewinnen kann. Wenn es über mehrere Stunden geht, wird es dann schon schwieriger. 

WELT ONLINE: Ändern Sie Ihr Spiel? 

Lederer: Konstant. Ich spiele nicht mehr so, wie ich vor fünf Jahre noch Turniere gewonnen habe. Manche kühne Züge würde ich so heute nicht mehr machen. 

WELT ONLINE: Ist ein guter Pokerspieler nichts anderes als ein guter Betrüger? 

Lederer: Nein, es geht ja auch darum, dass man selber gut erkennen kann, wenn man getäuscht wird. Ohnehin wird Täuschen überschätzt. Das Ganze ist mehr wie in der Spieltheorie abgebildet; das machen die Leute ständig: Pokern ist ein Verhandlungsprozess, wie beim Häuserkauf... 

WELT ONLINE: ...oder den Gehaltsverhandlungen... 

Lederer: Genau, wenn Sie zum Chef gehen und sagen, die Gehaltserhöhung ist fällig, sonst werden Sie gehen, dann brauchen Sie von vornherein eine Strategie, wie Sie reagieren, wenn er nicht einwilligt. Das ist weder gut noch böse, sondern einfach die Art, wie wir unser Leben leben. Das ist das, worum es beim Pokern geht: Um eine kontrollierte Verhandlung. 

WELT ONLINE: Wie wird man ein guter Spieler? 

Lederer: Du musst ständig den Wunsch verspüren dein Spiel zu verbessern; du musst bereit sein aus Fehlern zu lernen.

 WELT ONLINE: Wie wichtig sind Bücher? 

Lederer: Jedes Pokerbuch für sich hat einen Wert. Es zwingt dich über das Pokern nachzudenken und dein Konzept und deine Strategie zu überdenken. 

WELT ONLINE: Wie gut muss ein Pokerspieler in Mathematik sein? Schlagworte
Pokern Kartenspiel Taktik Strategie Gehaltserhöhung 

Lederer: Ist es wichtig? Nein, es ist nicht so wichtig, weil es nicht so schwierig ist, die mathematischen Basiskenntnisse für das Pokern anzuwenden. Wer die einzelnen Gewinnchancen kalkulieren will, der braucht nicht Mathematik studiert zu haben und jeder guter Spieler kann das auch. Egal, ob man das jetzt nicht begreift oder nicht, Pokern ist Mathematik: Jeder kalkuliert die Chancen vor dem nächsten Zug, ob er das Spiel gewinnen kann. Nicht nur, was man selber an Karten braucht, sondern man muss sich eine Meinung bilden, was der andere wohl hat. Aber es bleibt immer eine Kalkulation: Wie hoch muss der Einsatz sein angesichts der Größe des Potts? Wie hoch sollte ich setzen? Warum setzt der Andere so viel? 

Quelle Welt online .de


Flagge: Germany "Pokern hat sich radikal verändert"

20. Januar 2008


Chris Ferguson ist in diesem Jahrzehnt der erfolgreichste Turnierspieler der Welt. Und er machte auf der Online-Pokerplattform "Full Tilt Poker" aus null Dollar innerhalb von 16 Monaten 10.000 Dollar. Im Interview mit WELT ONLINE verrät er, was man braucht, um ein Spitzenspieler zu sein.

WELT ONLINE: Mister Ferguson, was fasziniert Sie am Pokern? 

Chris Ferguson: Ich habe immer schon Statistiken geliebt und das Spiel geliebt. Poker ist für mich das mathematischste Spiel. Natürlich musst Du kein Mathe-Ass sein, um in dem Spiel zu bestehen. Aber Du musst sehr gut im logischen Denken sein. Was schon auffällig ist, dass alle Profispieler heute sehr intelligent sind. 

WELT ONLINE: Wie würden sich die Leute, die vor 20 Jahre erfolgreich waren, sich heute schlagen? 

Ferguson: Es ist auffällig, dass viele alte Spieler nicht mehr mit dem heutigen Spiel mithalten. Das Spiel hat sich in den vergangenen Jahren radikal verändert. In den vergangenen drei, vier Jahren ist eine Flut neuer Spieler hinzugekommen. Diese Spieler mögen nicht so gut sein. Aber sie lernen im Internet sehr schnell.

WELT ONLINE: Da Sie Interviews geben und Texte verfassen, ist Ihre Strategie bekannt. Ist das ein Nachteil?

Ferguson: Vielleicht, aber ich interessiere mich mehr den Menschen Pokern beizubringen.

WELT ONLINE: Im Ernst?

Ferguson: Ja wirklich. Ich habe nie des Geldes wegen gepokert. Anfang der neunziger Jahre habe ich online Hunderte von Stunden um Spielgeld gespielt. Es ging mir immer darum mein Spiel zu verbessern. 

WELT ONLINE: Was braucht man, um ein Spitzenspieler zu sein? Ferguson: Ein professioneller Pokerspieler muss emotional intelligent sein. Er muss die Dinge vorausblickend sehen. Viele Spieler bleiben im Spiel und schätzen sich stärker ein, als sie in Wahrheit sind. 

WELT ONLINE: Welche Fehler machen Anfänger? Ferguson: Anfänger spielen zu häufig mit. Sie überbewerten ihre eigenen Karten und unterschätzen den Wert ihrer Position. Wer früh setzen muss, hat noch sehr viele Spieler hinter sich; der braucht wirklich ein sehr starkes Blatt. Im Großen und Ganzen wissen sie nicht, was sie tun müssen, sie haben kein Konzept. 

WELT ONLINE: Wie gehen Sie mit Pechsträhnen um? 

Ferguson: Es gibt sie, und es ist sehr schwierig damit umzugehen. Ich spiele nur mit einem geringen Teil meines Vermögens an Turnieren mit, so habe ich nicht so einen hohen Verlust. Aber wenn ich zwei Wochen verliere, habe ich zwei Wochen umsonst gearbeitet. 

WELT ONLINE: Aber Sie ändern nicht Ihre Strategien? 

Ferguson: Das erste, was Sie während Pechsträhne machen müssen, ist an Tische mit geringeren Einsätzen zu wechseln. Was die meisten Leute machen, ist die Einsätze zu erhöhen, um rasch ihre Verluste auszugleichen. Das ist aber das Schlechteste, was man tun kann. Und man muss seine Form halten. Auch an Tischen mit niedrigen Einsätzen wird gut gespielt. 

WELT ONLINE: Sind Sie abhängig vom Pokern? 

Ferguson: Absolut nicht. 

WELT ONLINE: Wirklich? Könnten Sie mit dem Spielen ein Jahr aufhören? 

Ferguson: Ohne Probleme. Ich wüsste zwar nicht, warum ich das tun sollte, aber natürlich ginge das. Ich pokere vielleicht zehn Stunden in der Woche online und natürlich große Turniere. Während der letzten WSOP; der Pokerweltmeisterschaft, habe ich eineinhalb Monate jeden Tag gepokert, sonst bin ich zurückhaltend. Ich spiele vielleicht zehn größere Turniere im Jahr. Ich verbringe mehr Zeit Pokerspiele zu analysieren als zu tatsächlich spielen

WELT ONLINE: Warum wird Pokern eigentlich so von Männern dominiert?

Ferguson: Männer spielen halt ohnehin lieber als Frauen; Frauen sind wahrscheinlich mit wichtigeren Dingen beschäftigt.

Quelle Welt online .de


Flagge: Germany Ein Spiel erobert die Welt - Warum so viele Menschen pokern

20. Januar 2008


Von Matthias Wulff

Seit wenigen Jahren findet ein Kartenspiel immer mehr Anhänger: Weltweit pokern Hunderttausende im Internet, die Preisgelder gehen bei Turnieren in die Millionenhöhe. Warum wollen so viele Menschen sich gegenseitig das Geld abzuknöpfen? WELT ONLINE weiß die Antwort. 

Barack Obama ist ein erfahrener Spieler. Der Kandidat der Demokraten riskiert wenig und verzieht keine Miene. Das Gerede der Mitspieler, das ganze Sozialklimbim interessiert ihn nicht, er konzentriert sich allein auf das Spiel. Damit hat er das Zeug zum Präsidenten. George W. Bush war als Student ein begeisterter und geschickter Spieler. Richard Nixon finanzierte seinen ersten Wahlkampf mit Pokergeldern, die er bei der Marine im Südpazifik seinen Kameraden abnahm. Und Harry Truman, der über sich sagte, nichts mehr als seine Arbeit zu lieben, freute sich „wie ein kleiner Junge“, so schrieb er seiner Frau Bess, auf die Pokerrunden mit seinen Freunden. Die fanden dann über das Wochenende auf der Präsidentenyacht Williamsburg statt. Pokern ist ein uramerikanisches Spiel, auch wenn es seine Wurzeln, je nach Lesart, in Frankreich oder Deutschland hat. Jahrzehntelang spielten es die Amerikaner am Küchentisch um Centbeträge, heute ist eine größere Bühne hinzugekommen. Pokern ist ein TV-Sport geworden. Die Spieler sind in den USA Berühmtheiten wie Football-Stars und Schauspieler. Den Regeln der Unterhaltungsindustrie folgend, setzen sich Footballer, Schauspieler und Pokerspieler gemeinsam an den Spieltisch, wodurch alle noch berühmter werden. 

Poker ist ein weltumspannendes Spiel 

2008 ist Pokern ist aber auch weltumspannendes Spiel. Wer Globalisierung mit Amerikanisierung gleichsetzen möchte, kann die Ausbreitung des Spiels als schönen Beweis anführen. Zu jeder Stunde nehmen sich hunderttausende Spieler im Internet das Geld gegenseitig ab; die Mischung der Nationalitäten an den virtuellen Tischen erinnert an die UN-Vollversammlung. Nur die Afrikaner fehlen. Dass Pokern boomt, hat jeder mitbekommen, der in den vergangenen zwei Jahren den Fernseher eingeschaltet hat oder im Internet war. Hunderttausende schauen sich Sendungen an, bei denen Männer, die oft aussehen als würden sie gerade aus der Woolworth-Umkleidekabine kommen, schlecht gelaunt charme- und mienenfrei Karten betrachten (da ist also noch reichlich Verbesserungspotenzial). Unzählige Websites beschäftigen sich mit der richtigen Strategie, den besten Tricks und Anekdoten und betreiben vor allem Diskussionsforen. Wer wann warum welches Blatt gespielt hat (und warum er oder sie im Zweifel ein vollkommener Schwachkopf ist), beschäftigt Pokerspieler in den Foren über Monate. Bei Amazon gehören Pokerchips zu den Bestsellern, in Kaufhäusern haben sie eine eigene Verkaufsfläche, bei einer Veranstaltung des Onlinepokeranbieters Full Tilt Poker im Herbst kamen in sechs Städten 18.000 Teilnehmer zusammen. Selbst in der aktuellen Micky-Maus-Ausgabe findet sich ein Donald-Pokerspiel samt Chips und zweiseitiger Spielanleitung. Bei Google erzielt „Poker“ mehr Treffer als „Porno“ und „Wetter” zusammen.

Poker füllt die Lücke zwischen Skat und Scrabble 

Aber – warum nur? Was macht die Faszination dieses Spiels aus? Warum verschwenden Millionen Menschen ihre Zeit online und offline damit, anderen Menschen das Geld abzuknöpfen? Ist das Zeichen einer Spaßgesellschaft, die immer nur spielen will? Oder bedeutet es den Durchmarsch der Winner-takes-it-all- Mentalität, der offen legt, wie habgierig und gnadenlos darwinistisch unsere kapitalistische Gesellschaft doch ist? Nun einmal halblang. Weniger akademisch sich dem Faszinosum Poker genähert, war schon länger offensichtlich, dass es eine Angebotslücke zwischen Skat dreschen in der Gaststätte „Zur dicken Moni“ und Familienspielen wie Siedler und Scrabble gibt. Poker füllt diese Lücke. Die Regeln versteht jeder nach fünf Minuten, sein Spiel zu lernen und zu verbessern, kann eine Lebensaufgabe sein. Denn seine beliebteste Variante, das Texas Hold’em, ist das nahezu perfekte Spiel in seiner Mischung aus bekannten und unbekannten Informationen. Das Ganze ist für den Novizen etwas unübersichtlich, weil es 2598960 Möglichkeiten von Pokerblättern mit fünf Karten gibt. Je nachdem, wie viele Spieler noch hinter einem setzen können, kann exakt das gleiche Blatt komplett unterschiedlich gespielt werden. Zudem muss der Spieler ein Gefühl entwickeln, ob er mit mehr aggressiven oder eher konservativen – die also auf ein Monsterblatt wartenden – Kontrahenten zusammensitzt. Auch das Guthaben an Chips oder Dollar beeinflusst die Strategie. Man kann daraus eine Wissenschaft machen. Die Flut an Fachliteratur signalisiert, dass man sich auf einem guten Weg befindet. 

Glück wird überschätzt, im richtigen Leben wie im Pokern 

Pokern ist ein soziales, mathematisches und psychologisches Spiel. Es ähnelt dem richtigen Leben, nur, dass hier die Regeln über Sieg und Niederlage deutlich klarer sind. Und ja, Glück gehört dazu. Auf youtube.com hat ein Spieler mit dem Alias TurtleKnife (eingeben: sad sorry sick poker) ein deprimierendes zehnminütiges Video zusammengestellt, in dem er zeigt, wie er auf die denkbar absurdeste Weise mit großartigen Blättern online verloren hat. Jeder, der schon einmal gespielt hat, kennt diese Bad Beats, also wenn man mit einem Blatt, dass statistisch deutlich besser ist, gegen ein schlechteres verliert. Schau hin und weine. Auch Meisterspieler Phil Gordon, eigentlich ein ausgeglichener Zeitgenosse, erzählte, dass er aus Wut über Bad Beats drei Computer gehimmelt hat. Ein Laptop landete im Pool. Statistik spendet allenfalls Trost: Nach je 221 Spielen sind demnach zwei Asse fällig und trotzdem verliert man, selbst vernünftig gespielt, rund jedes fünfte Mal damit. Das ist nicht einfach wegzustecken. Menschen, davon weiß jeder Psychologe zu berichten, leiden an einer Niederlage doppelt stark wie sich über einen Sieg freuen können. Der Punkt ist nur: Glück wird überschätzt, im richtigen Leben wie im Pokern. Zufall ist es nicht, dass einige Spieler über Jahre an der Spitze stehen (und dass Angela Merkel die Regierung führt und nicht, sagen wir, Ronald Pofalla). Das Geschick besteht im Setzen und Erahnen der Stärke des Gegners. „Im Poker wie im Leben geht es darum richtige Entscheidungen zu treffen. Da sollte man nicht auf Glück setzen“, sagt Profispieler Howard Lederer. In Deutschland ist Pokern um Geld außerhalb des Casinos eigentlich verboten, weil die Politik der Auffassung ist, dass Pokern Glücksspiel sei. Das ist natürlich absurd; ein x-beliebiger Politiker könnte sich ja mit einem x-beliebiger Profispieler hinsetzen und wüsste danach, dass Pokern doch was anderes ist als einen Lottoschein auszufüllen.

Die lange Liste der Verlierer 
Unzweifelhaft ist: Obwohl es sie mathematisch – jedes Spiel ist ein statistisch unabhängiges Ereignis – natürlich nicht geben kann, ist kein Spieler vor Glücks- oder Pechsträhnen gefeit. Es gibt Zeiten, in denen man glaubt, Opfer dummer Scherze einer übersinnlichen Schicksalsmacht zu sein, wenn man keine spielbare Hand bekommt und wenn doch, dann trotzdem fürchterlich verliert. Und es gibt Zeiten, in denen man sich einfach vor guten Karten und irrwitzigen Einsätzen der Kontrahenten nicht retten kann. Poker hat seinen eigenen Rhythmus. Die alles entscheidende Frage ist jedoch, ob ein Spieler tatsächlich nur unter Pechsträhnen leidet oder ob es vielleicht doch an der einen oder anderen entscheidende Stelle fehlt. Auf der Internetseite bigstack.com sind die Gewinner und Verlierer von Online-Spielern zu finden. Der Spieler „Loieten“ ist ein krasses Beispiel: Seit September 2006 ist er oder sie dabei und hat seitdem 75.000 Dollar verloren. Die Statistiken der Spieler mit hohen Verlusten haben dabei oft den gleichen Verlauf. Sie gewinnen in den ersten Wochen und holen sich danach Monat für Monat blutige Nasen. Obwohl keiner in ihrer Haut stecken möchte, haben Verlierer doch interessantere Biografien als Gewinner. Der berühmteste Literat ist Fjodor M. Dostojewski, der aus seinen Niederlagen am Roulettetisch in Wiesbaden den Roman „Der Spieler“ machte. Seine Frau Anna schrieb in ihrem Tagebuch auf, wie ihr Mann nach hohen Verlusten zurückkam und um ihren buchstäblich letzten Taler bat. „Ich flehte ihn an, das Geld nicht anzurühren, da das Schicksal offensichtlich nicht wollte, dass wir gewinnen. Er gab mir Recht, nahm aber das Geld und verlor.“ Edgar Allen Poe war auch nicht viel besser. Der Schriftsteller musste aufgrund hoher Wettschulden die Universität verlassen. Er war starker Alkoholiker, der auch während des Spiels ordentlich trank (und verlor). Es wundert nicht, dass seine Geschichten voll von Schicksalsschlägen und Demütigung sind. 

Geld ist im Grunde ein Hilfsmittel 

Geld verlieren kann man heute immer noch locker: Mit Aktien, Immobiliengeschäften, der geldgierigen Gattin oder dem Heiratsschwindler. Gemein ist diesen Pleiten dem Pokern, dass sie ihren Ursprung in falschen Entscheidungen haben. Wer verliert, der hat sich geirrt. Pets.com war keine gute Aktie, der Neubau in Halberstadt eine Bruchbude, Caroline ein Biest. Pokern ist eine konzentrierte Form des Lebens; in der man online – im realen Casino hat man mehr Zeit – minütlich vor einer neuen, schweren Entscheidung steht. 

Das klingt freudloser als es in Wahrheit ist. Das Spiel mag durch das Internet anonymer geworden sein, seinen Charakter hat es nicht verloren. Bewahrt ist die Idee des unerbittlichen Kampfes, des großen Duells. Pokern ist ein sozial komptibler Fight-Club für den modernen Angestellten, dem im realen Leben wenig Möglichkeit bleibt, zu zeigen, wie tough er in Wahrheit ist. Am Pokertisch kann er täuschen, tricksen, unbarmherzig attackieren. Er will den Skalp seines Gegners, und sein Geld nimmt er gleich mit. Denn um Geld muss Pokern gespielt werden; es ist der einzige ernst zunehmende Wert. Wenn man verliert, muss es wehtun. Die Faszination der Pokers besteht „letztendlich darin, anderen Leuten das Geld wegzunehmen“, sagt Katja Tahler, die erste deutsche Turniersiegerin bei der World Series of Poker. 

Was allerdings nur die halbe, unsubtile Wahrheit ist. Geld ist im Grunde mehr ein Hilfsmittel, um die Verhandlungen zwischen Spielern zu konkretisieren und ihnen ein Fundament zu geben. Wenn jemand meint, bessere Karten zu haben, da muss er oder sie halt mitgehen oder erhöhen. So sehr gerade Anfänger das Glück überbewerten mögen, so sehr ist die Glückssehnsucht für die gesamte Branche nicht hoch genug einzuschätzen. 

Ohne die Suche nach dem großen Glück und ohne das Internet hätte Pokern nicht den rasanten Aufschwung erlebt. Jeder ordentliche Spieler kann einen guten Tag haben und mit bescheidenem Einsatz um einige 100.000 Dollar reicher sein, wenn er ein Turnier gewinnt. Global findet hier jeden Tag die Zockervariante von „Wer wird Millionär?“ statt. 

Schüchternheit bringt am Pokertisch nichts 

Was für kurzzeitige Berühmtheiten getreu dem Motto „every dog has his day“ gilt, stimmt am Pokertisch erst Recht. Einschneidend war der Sieg von Chris Moneymaker – so heißt er wirklich –, der als Online-Qualifikant 2003 von der WSOP, der alljährlich stattfinden Pokerweltmeisterschaft, 2,5 Millionen Dollar ins heimische Australien mitnahm. Dieser Sieg war ein Kick für hunderttausende von Spielern weltweit; alle bestimmt von dem Gedanken „Hey, was der kann, kann ich schon lange.“ Gegen Roger Federer im Tennis zu bestehen, ist aussichtslos; gegen Tiger Woods anzutreten, kann für den durchschnittlichen Golfer nur in einem Desaster enden. In jeder Einzelsportart kann der Profi noch so einen miserablen Tag erwischen, gegen einen ambitionierten Amateur wird er stets gewinnen. Pokern ist anders: Es ist tatsächlich der einzelne Wettbewerb in dem in einer Mixtur aus Können und Glück auch jeder fortgeschrittene Laie gegen einen Profi sehr viel Geld gewinnen kann. Um so weit zu kommen, benötigt es aber doch eine gewisse Persönlichkeit. „Ob es uns gefällt oder nicht: Der Charakter eines Spieler wird am Pokertisch vollkommen entblößt“, schreibt der britische Schriftsteller Anthony Holden in seinem Buch „Poker – Mein Jahr als Zocker“. „Solange der Spieler nicht in der Lage und bereit ist, sich so zu sehen, wie andere ihn sehen, mit allen Fehlern und Schwächen, wird er im Spiel wie im Leben immer Verlierer sein.“ Da ist was Wahres dran: Wer mit zwei Assen keinen findet, der dagegen setzt, war wahrscheinlich zuvor zu vorsichtig. Wer häufig gegen starke Blätter verliert, wohl zu aggressiv. Schüchternheit bringt am Pokertisch wie im Leben nichts, genau so wenig, wie sich ständig wie ein Heiratsschwindler aufzuführen. 

Eine Umverteilung von den Dummen zu den Schlauen 

Die Psychologie des Spiels geht in zwei Richtungen: Sein eigenes Ego im Zaum zu halten und einzuschätzen, was der andere im Schilde hat. Die Linie zwischen heldenhafter Standhaftigkeit und sturer Trotteligkeit verläuft dabei ziemlich wackelig. Mal muss man was riskieren, mal ist einfach klüger, sich geschlagen zu geben. Das Ganze ähnelt zuweilen einer sich abzeichnenden Wirtshausschlägerei, bei der man ja auch gelegentlich zur Jacke greifen und durch den Hintereingang verschwinden sollte. Aber eben nicht immer. „Um zu gewinnen, musst Du bereit sein zu sterben“, ist einer der martialischen Tipps, um ein Turnier zu gewinnen. Etwas brutal formuliert ist Pokern heute mehr denn je eine Umverteilung von den Dummen zu den Schlauen. Gewinner müssen die Empathie besitzen, sich in einen anderen Spieler hineinzuversetzen; sich fragen, warum er jetzt erhöht hat und warum er diese Summe gewählt hat. Harvard-Professor Charles Nesson wirbt für eine breitere Akzeptanz des Pokerns , denn dieses Spiel lehrt, die Dinge aus der Warte des Anderen zu sehen. Er sieht in Pokern eine soziale Fertigkeit; daher fordert er auch, dass das Spiel im Unterricht den Kindern beigebracht wird. Vor allem aber ist das Spiel mathematischer geworden. Online hilft es weniger, sich ein Psychogramm eines einzelnen Spielers zu erstellen, wenn man im rasanten Turnierverlauf eine halbe Stunde wieder an einen neuen Tisch gesetzt wird. Wer statistisch gut kalkulieren kann, ist eindeutig im Vorteil. Die Spieler, die einst aus der Miene des Kontrahenten ergründen konnten, ob er jetzt blufft oder nicht, gehen im Internet verständlicherweise unter. 

Pokern simuliert das Leben 

Die Karrieren der sehr guten Pokerspieler ähneln sich heute verblüffend. Nahezu alle haben Informatik, Mathematik oder Statistik studiert. Chris Ferguson, Sieger der Poker-Weltmeisterschaft 2000, ist Doktor der Informatik und hat an der Software einer der größten Online-Anbieter, Full Tilt Poker, mitgeschrieben. Dort treffen sich Abend für Abend 50.000 Spieler oder mehr; der Erfolg ist sicherlich auch der Software zu verdanken, die optisch und vom gesamten Auftritt wohl die weltbeste ist. Barry Greenstein, der sich mit Pokern rund fünf Millionen Dollar erspielt hat, ist Computerwissenschaftler und hatte in den achtziger Jahren in dem Softwarekonzern Symnatec gearbeitet. Robert Varkonyi ist Computerwissenschaftler und Ingenieur und gewann die WSOP 2002. Eine Mathefreak muss man trotzdem nicht sein, um erfolgreich zu sein: Doyle Brunson, Jahrgang 1933, ist der erfolgreichste Pokerspieler der Welt. Mit seinen Büchern hat die Legende vielen Spielern das erste Mal eine Idee gegeben, warum sich aggressives Spiel lohnt. Während früher gern lang und oft gewartet wurde, bevor substanziell gesetzt wurde, zeigte er die Vorteile einer kontrollierten Attacke auf. 

Allerdings ist Brunson einer der letzten Alten, die sich im Zeitalter der Internet-Kids halten können. Durch das schnelle Spiel im Netz, auch gleichzeitig an mehren Tischen, lernen sie heute so rasch Lektionen, für die frühere Generationen Jahrzehnte brauchten. Annette Obrestad ist so ein Fall. Die 19-jährige Norwegerin gewann eine Million Pfund bei der europäischen Variante der World Series of Poker und ist einer der erfolgreichsten Online-Spieler 2007. 

Es mag für Nicht-Spieler unverständlich oder einfach nur pathologisch sein, wenn Profispieler wie Howard Lederer glauben, Pokern stehe „stellvertretend für das ganze Leben, es simuliert das Leben“. Doch vielen geht es wie Keith, Überlebender des 11. Septembers in dem Roman „Falling Man“ von Don DeLillo, der nach Las Vegas zieht und sich der Routine und dem Zeitplan der Turniere ergibt. „Er war nie in einem größeren Ausmaß ganz er selbst als in diesen Räumen, mit einem Croupier, der einen freien Platz am Tisch Nummer 17 ausrief.“

Quelle Welt online .de


Flagge: Australian Aussie Millions: Der Professor zieht die Highroller ab

14. Januar 2008


Nichts für schwache Nerven oder für Leute ohne entsprechende Bankroll war Event neun in Melbourne. Das Aussie-Millions-Highroller-Turnier hatte einen satten Buy-in von AUD100.000 (rund €60.000) und anscheinend geht es den Pokerprofis recht gut, denn 25 Spieler nahmen an diesem Event der Extraklasse im Crown Casino teil und schraubten den Preispool damit auf ordentliche 2,5 Millionen australische Dollars.

Als Besonderheit sei noch erwähnt, dass vor dem Flop immer Pot-Limit gespielt wurde und erst nach dem Flop auf No-Limit gewechselt wurde. Eine Ausnahme dieser Sonderregelung waren Heads-up-Situationen, da durften die Kontrahenten sofort jeden beliebigen Betrag opfern. Im Feld tummelten sich natürlich nur bekannte Pros oder Cashgame-Spieler von den Highstakes-Tischen. Mit am Start waren unter anderem Gus Hanson, Antanas Tony G Guoga, Allen Cunningham, Eli Elezra, Andy Bloch, Erik Seidel, Chris Ferguson, Dan Shak, Phil Ivey und John Juanda. Dass es für die "Young Guns" auch gut läuft, zeigt die Teilnahme von Mike Timex McDonald und Tom Durrrr Dwan, der erst gestern bei dem Pot-Limit-Omaha-Event auf dem zweiten Platz gelandet war.

Bereits im zweiten Blindlevel verabschiedete sich Gus Hanson und auf Level vier räumten unter anderem Tony G, Mike McDonald und Allen Cunningham ihre Plätze. Der japanische Highroller Masaaki Kagawa belegte Rang 13, langsam näherte sich das Turnier dem Final Table. Tony Bloom schied nach rund fünf Stunden und 30 Minuten auf Platz neun aus. Die verbliebenen acht Finalisten wurden danach an den Final Table gesetzt, konnten aber noch lange nicht aufatmen, da die bezahlten Plätze erst bei Rang fünf beginnen würden.

Zu diesem Zeitpunkt lag Erick Lindgren auf dem ersten Platz mit 574.000 in Chips und strebte eine Titelverteidigung an. Auf den Plätzen zwei und drei tummelten sich Jeff Garza (496.000) und Niki Jedlicka (446.000). Das Mittelfeld belegten Tom Dwan (299.000), Howard Lederer (202.000) und Jeff Lisandro (192.000). Am Ende, jedoch nicht als wirkliche Shortstacks, rangierten Mark Teltscher (171.000) und Michael Sampoerna (125.000)

Der Kampf war ziemlich verbissen. Da alle Finalisten noch genügend Chips hatten, wurde Poker der Extraklasse geboten. Die Kontrahenten taktierten und das Spiel war recht ausgeglichen. Zwischenzeitlich hatten alle Spieler, mit Ausnahme von Lindgren (600.000) und Jedlicka (430.000), einen Stack zwischen 200.000 und 300.000 (Blinds bei 4.000/8.000).

Erst das Ausscheiden von Tom Dwan brach diese Ausgewogenheit. Noch vor dem Flop schaukelten Garza und Dwan die Action hoch und beide waren all-in. Jeff Garza drehte [King of hearts] [King of spades] um und Dwan zeigte [Ace of clubs] [Queen of spades] und musste auf Verbesserung hoffen. Am Ende war die höchste Karte auf dem Board ein [Jack of clubs] , der keinem half, aber Tom Dwan mit leeren Händen auf Platz acht verwies.

Nach dem Dinnerbreak erwischte es dann den Henker selbst und Mark Teltscher nahm Jeff Garza vom Tisch. Nun begann das Bubbleplay, aber keiner der Profis wurde zögerlich oder gar ängstlich. Howard Lederer rutschte langsam die Chipcount-Liste runter und schlug sich mit einem Stack knapp über 100.000 rum. Alles, was er brauchte, war eine "Key Hand" und die sollte schon bald kommen.

Lederer eröffnete aus früher Position auf 30.000 und Lindgren versuchte mit einem Reraise auf 100.000 den Pot einzusacken. Howard Lederer schob seinen Stack in die Mitte und Lindgren callte die verbliebenen 40.000. Beide zeigte ihre Karten und Lederer hielt [Ace of spades] [King of diamonds], während Lindgren [Five of clubs] [Seven of spades] aufdeckte. Das Board war blank und Lederer zurück im Geschäft.

Erick Lindgren (Foto links) war es dann auch, der sich den Titel des Bubbleboys sichern sollte. Michael Sampoerna limpte im Cut-off, woraufhin Erick Lindgren im Big Blind auf 35.000 (Big Blind lag bei 16.000) erhöhte. Sampoerna callte und das Board sah wie folgt aus [King of clubs] [Jack of clubs] [Three of diamonds] . Lindgren feuerte einen Bet in Höhe von 35.000 ab und Sampoerna callte. Der Pot lag nun bei 156.000 und nachdem Lindgren 80.000 geboten hatte, pushte Sampoerna. Lindgren callte und beide Widersacher zeigten ihre Waffen: Lindgren seine Cowboys ( [King of spades] [King of hearts] ) zu einem Set und Sampoerna [Seven of clubs] [Ten of clubs] für den Flush. Der River paarte das Board nicht und auch kein König tauchte auf und der Titelverteidiger war aus dem Rennen.

Auf dem fünften Platz landete der Österreicher Niki Jedlicka und kassierte AUD100.000, was ihn jedoch auf dem Turnier-Fee in Höhe von AUD500 sitzen ließ, die jeder Teilnehmer zusätzlich zum Buy-in entrichten musste. Der indonesische Highstakes-Spieler Sampoerna etablierte sich als Chipleader und die restlichen drei Spieler wechselten ihre Position in der Chip-Rangliste fortlaufend. Howard Lederer war es dann schließlich, der diesen Kreislauf durchbrach und sich langsam an die Spitze kämpfte.

Das Spiel zog sich hin: Erst nach 144 Händen am Final Table schied Jeff Lisandro aus. Der in Kalifornien lebende italienische Profi kassierte AUD150.000, als ihn Mark Teltscher vom Tisch nahm. Das Spiel entwickelte sich zu einem spannenden Dreikampf um die Krone. Lederer befand sich zwischenzeitlich wieder ganz hinten in der Chipwertung, als er jedoch gegen Sampoerna einem vermeintlichen Turniertod entgehen konnte.

In der Mitte lagen [Queen of hearts] [Ten of spades] [Nine of clubs] [Ace of hearts] und nach einem Bet von Lederer erhöhte Sampoerna, was seinen Gegner schon fast all-in setzte. Lederer pushte. Nachdem Sampoerna [Ace of spades] [King of spades] zeigte, präsentierte Lederer triumphierend [Queen of diamonds] [Ten of diamonds] . Der River war blank und erneut hatte Lederer zurück ins Spiel gefunden.

Danach lief es sehr gut für den zweifachen Bracelet-Besitzer und er etablierte sich als Tablebully. Die Blinds lagen inzwischen bei 20.000/40.000 und Sampoerna musste wenig später shortstacked mit [Seven] [Seven] pushen. Mark Teltscher callte mit [Eight] [Eight] und nachdem das Board keine Rettung brachte, kassierte der Spieler aus Indonesien AUD350.000.

Zu Beginn des Heads-ups hielt Lederer mit 1.695.000 rund doppelt so viele Chips wie Mark Teltscher (810.000) und gab von Anfang an den Ton an. Zwar konnte der Engländer zweimal aufdoppeln, aber am Ende siegte dann doch Howard The Professor Lederer. In der finalen Hand sahen beide den ungeraisten Flop [Nine of clubs] [Eight of clubs] [Seven of diamonds] . Teltscher ließ es sich 60.000 kosten und Lederer callte. Der Turn brachte ein As ( [Ace of hearts] ) und Teltscher feuerte 110.000 ab. Wieder callte Lederer zuversichtlich und der Dealer deckte [Jack of hearts] auf. Mark Teltscher beantragte eine zusätzliche Bedenkzeit und ging schließlich mit 400.000 all-in. Lederer lies ein "Call" über seine Lippen wandern.

Teltscher zeigte [Seven of spades] [Eight of diamonds] für das gefloppte Doppelpaar und war sichtlich enttäuscht, dass Lederer mit [Ace of clubs] [Jack of clubs] das höhere Doppelpaar getroffen hatte. Für den in Las Vegas lebenden Profi gab es die übliche Trophäe und die nicht wirklich üble Gewinnsumme von AUD1.250.000 (über €755.000). Für den zweitplatzierten Mark Teltscher gab es AUD650.000, was auch kein schlechter Lohn für rund 13 Stunden Arbeit ist.

Quelle ISA-Guide


Flagge: Germany Die starken Frauen an den grünen Tischen

06. Januar 2008


Mit dem Boom wuchs auch die Popularität von Poker. Langsam und Schicht für Schicht löste sich das negative Image wie alter Lack und brachte etwas Neues hervor. Etwas Sauberes, das nicht mehr mit den Bildern von verqualmten Hinterzimmern zu vergleichen ist. So verwundert es auch nicht, dass nun auch immer mehr Frauen an dem Kartenspiel Gefallen finden. Erfolgreiche Spielerinnen wie Katja Thater sind Leitfiguren und Vorbilder. Sie zeigen, dass es am grünen Filz keinen Unterschied zwischen den Geschlechtern gibt. Dass die Fähigkeiten ausschlaggebend sind und nicht die Chromosome.

Natürlich gab es schon vor dem Pokerboom erfolgreiche Spielerinnen und um genau diese dreht es sich bei der Women in Poker Hall of Fame (WiPHoF). Unter dem Motto "Honoring Women in Poker - Celebrating Excellence, Contribution and Performance" wurde eine neue Ehrenhalle ins Leben gerufen und soll die Frauen auszeichnen, die schon seit sehr vielen Jahren im Pokerbereich erfolgreich tätig sind.

Gegründet wurde die WiPHoF am 1. Mai 2007 von der Ladies International Poker Series (LIPS) und erhielt Unterstützung durch das Card Player Magazine und das Binion's Casino. Am 2. Februar findet im Binion's in Las Vegas die erste jährliche Einführungszeremonie der neuen Ehrenmitglieder statt. Nach der Einführung gibt es ein gemeinsames Essen und danach stürzen sich alle an die Pokertische, zu einem kleinen $ 500-Buy-in-Turnier. Durch das Programm wird Mike Sexton führen.

Die vier Frauen, die nächsten Monat aufgenommen werden, sind Barbara Enright,Marsha Waggoner Susie Isaacs, Linda Johnson und Marsha Waggoner. Barbara Enright wurde erst im vergangenen Sommer die Ehre zuteil, die erste Frau in der Poker Hall of Fame zu sein. Die über 60-Jährige gewann bisher drei Bracelets und war 1996 die erste Frau, die einen offenen WSOP-Event gewinnen konnte. Bei dem $ 2.500-Pot-Limit-Hold'em-Turnier ließ sie 197 Konkurrenten hinter sich, sicherte sich $ 180.000 Preisgeld und einen Platz in der WSOP-Geschichte. Und das schon zum zweiten Mal, denn bereits ein Jahr zuvor hatte Enright als erste Frau einen Final Table beim Main Event erreicht. Bei der Auflage im Jahre 1995 belegte sie den fünften Platz und kassierte $ 114.180.

Mit dem zehnten Platz beim Main Event 1998 verpasste Susie Isaacs nur knapp den Final Table. Die aus Tennessee stammende Profispielerin macht seit Mitte der Achtziger die Pokertische in Las Vegas unsicher. Die dritte im Bunde ist die aus Australien stammende Marsha Waggoner. Ihre Karriere begann als Dealerin in Sydney, doch nachdem sie Stud-Poker für sich entdeckt hatte, packte sie ihre Koffer und flog 1977 nach Reno (US-Bundesstaat Nevada). Dort etablierte sie sich schnell und lebte von Cashgames. Später entflammte ihre Leidenschaft für Turniere und Mitte der Achtziger zog es sie nach Las Vegas. Inzwischen lebt die fast 50-Jährige in Los Angeles und ist mit Poker-Pro Kenna James verheiratet. Ihre Heimat hat sie nicht vergessen und fliegt regelmäßig nach Down Under. Sebstverständlich sind die Aussie Millions ein fester Bestandteil in ihrem Terminkalender.

Last but not least ist noch Linda Johnson zu nennen. Die 54-Jährige war Herausgeberin des Card Player Magazines und verfasst immer noch Artikel für dieses Heft. Sie beteiligte sich bei der Gründung der World Poker Industry Conference, der World Poker Players Conference und der Tournament Directors Association. Sie arbeitete als Präsidentin der Poker Player Alliance und ist immer noch für diese aktiv. Inzwischen agiert sie als Sprecherin für die World Poker Tour. Dass sie aufgrund ihrer diversen Tätigkeiten auch "the First Lady of Poker" genannt wird, erklärt sich von selbst und dass sie spielen kann, zeigte sie unter anderem 1997. Da sicherte sich Johnson ihr Bracelet im Razz und kassierte $ 96.000.

Von Barbara Enright über Katja Thater bis hin zu Annette Obrestad. Weltweit etablieren sich die Frauen immer mehr und lehren ihre Gegner das Fürchten. Enright war die erste Bracelet-Siegerin, unsere Katja die erste Deutsche und Obrestad gewann das erste Main Event außerhalb der Vereinigten Staaten. Es wird wohl nicht mehr lange dauern, bis auch das erste Main-Event-Bracelet in Las Vegas um das Handgelenk einer Dame gelegt wird.

Quelle ISA-Guide


Flagge: Germany 2007 - das Pokerjahr im Zeitraffer - Teil 3

03. Januar 2008


Das Jahr 2007 neigt sich dem Ende zu. Für die deutschen Pokerspieler war es ein erfolgreiches Jahr. Zeit, noch einmal die vergangenen zwölf Monate Revue passieren zu lassen. Die Redaktion hat noch einmal die schönsten und aufregendsten Ereignisse ins Scheinwerferlicht gerückt. Aber es gab auch skurrile Ereignisse, die zum Schmunzeln anregten, sowie traurige Nachrichten.

Neben strahlenden Siegern und goldenen Trophäen erlebten wir 2007 auch dunkle Stunden. Betrügereien online wie auch in den Casinos, unehrliche Turnierveranstalter, die gutgläubige Pokerspieler um ihr Geld prellten.
Doch die wenigen Ganoven können die positiven Seiten im Jahrbuch 2007 beflecken, aber sie können die vielen leuchtenden, strahlenden Ereignisse nicht überdecken. Deshalb sollten Sie die Highlights noch einmal genießen und wir uns alle auf 2008 freuen.

Goldener Moment: Thomas Bihl

Am 8. September begann der zweite Turniertag beim £2.500-H.O.R.S.E.-Event der 2007 erstmals ausgespielten World Series of Poker Europe in London. Dabei ging es neben der Siegprämie von £70.875 vor allem darum, wer sich das erste außerhalb der USA vergebene goldene Bracelet sichern würde. Auch Christoph Niesert und Thomas Bihl hatten Tag zwei erreicht, doch es dauerte nicht lange bis die Nachricht durchsickerte, dass die beiden als Shortstack gestarteten Deutschen ausgeschieden waren. Aber das war nur die halbe Wahrheit, denn während der Berliner Niesert tatsächlich früh seinen Stuhl räumen musste, tauchte der Name Bihl wenig später ganz vorn in den Ergebnislisten auf. Und tatsächlich, Thomas hatte seinen Stack von 13.000 Chips am Ende des Tages verzehnfacht und erreichte als Fünfter im Chipcount den Finaltisch.

Der Rest ist mittlerweile in die Geschichte der WSOP eingegangen. Thomas Bihl setzte sich gegen 6 Uhr morgens nach harten 13 Stunden im Finale gegen die Weltelite durch und feierte den größten Erfolg seiner Pokerkarriere. Wie hoch dieser Sieg einzuschätzen ist und wie hart umkämpft er war, beweist der Blick auf die Plätze. Als Chris "Jesus" Ferguson auf Rang vier ausgeschieden war, dauerte es drei Stunden, bis sich auch Kirk Morrison geschlagen geben musste und erst nach drei weiteren Stunden und insgesamt 353 Händen hatte Buzzer auch Jennifer Harman niedergerungen. "Das waren für mich sehr emotionale Momente, die nur schwer in Worte zu fassen sind …", schrieb Thomas später in seinem Blog. Doch allein der Titel des Eintrags brachte es auf den Punkt: "Der helle Wahnsinn!!!"

Aufsteiger des Jahres: Jerry Yang

Es war mal wieder ein Mann aus dem Nichts, der die Pokerwelt umkrempelte. Als Jerry Yang am Finaltisch beim Main Event der WSOP aufstand und die Fäuste in Richtung Decke streckte, war wieder eine Sensation perfekt. Der 40-jährige Amerikaner hatte bis dahin lediglich zwei kleine Geldpreise gewonnen und war somit ein ziemlich unbeschriebenes Blatt. Doch dann half ihm wohl sein Diplom in medizinischer Psychologie, die Gegner richtig zu lesen und zu bezwingen.

Auf die Frage, ob dies sein glücklichster Tag sei, hatte Yang eine überraschende Antwort parat: "Es ist ein glücklicher Tag. Der glücklichste Tag in meinem Leben war der Tag, an dem meine Familie in die USA einwandern durfte. Und dann gibt es noch die sechs Tage, an denen meine Kinder geboren wurden." Jerry Yang selbst wurde in Laos geboren. Seine Familie flüchtete vor den Roten Khmer nach Thailand. Dort lebte er als kleines Kind vier Jahre in einem Flüchtlingslager, ehe sie nach Kalifornien einwandern durften. Er besuchte wie seine Geschwister die Schule, studierte und machte seinen Abschluss. Der ausgebildete Sozialarbeiter (sein zweites Studium) vergaß auch beim Anblick des Dollarberges von $ 8.250.000 nicht die Bedürftigen. Zehn Prozent seines Siegpreises spendete er an die Kinderhilfsorganisationen "Make-A-Wish" und "Feed The Children".

Für die Zukunft hat er sich zwei Dinge vorgenommen: "Ich möchte mein eigenes Unternehmen gründen und ich will mir den Respekt und die Anerkennung als Weltmeister nachträglich in der Pokerwelt verdienen."

Online-Highlight: Jerome Evans

In der Jahresmitte erlebte Jerome Evans seinen persönlichen Sommernachtstraum. Es war kein Stück auf einer Bühne, sondern eine Vorstellung auf seinem Bildschirm. Beim Sunday Million auf PokerStars setzte sich der 22-jährige Bremer durch und gewann knapp $ 193.000. "Das ist wie ein schöner Traum", erzählte der Fan von Werder Bremen, nachdem er den vierzehnstündigen Kampf erfolgreich beendet hatte.

Mit dem Siegpreis will er sich einen Traum erfüllen: 2008 soll sein erstes Jahr in Las Vegas werden. Dafür hat er einen Teil des Siegpreises beiseite gelegt. "Ich habe mir bereits als Schüler mit 16 Jahren ein kleines Geschäft in der IT-Branche aufgebaut. Das läuft so gut, dass ich mir eine kleine Wohnung, ein Auto und etwas zu essen und zu trinken leisten kann. Und mehr brauche ich zum Leben nicht", blieb Jerome trotz des Gewinns auf dem Teppich. Mit Turnierteilnahmen in Bremen und Schenefeld hat er Erfahrungen bei Liveturnieren gesammelt. Man darf gespannt sein, wie der zielstrebige junge Pokerspieler die Kämpfe in der Wüste von Nevada überstehen wird.

Der Rekordhalter des Jahres: Phil Hellmuth

Ein ganz besonderer Pokerspieler darf im Jahresrückblick 2007 nicht fehlen: Phil Hellmuth! Bei The Pokerbrat scheiden sich die Geister, die einen lieben ihn, die anderen finden seine oft arrogante und überhebliche Art unerträglich. Doch wie man es auch dreht und wendet, Phil ist und bleibt einer der besten No-Limit-Hold'em-Turnierspieler der Welt, wenn nicht sogar der beste. Das untermauerte er einmal mehr bei der World Series Of Poker in Las Vegas, als er Event #15 für sich entscheiden konnte und somit als erster und einziger Pokerspieler überhaupt im Besitz von elf Bracelets ist. Überreicht bekam er dieses besondere goldene Armband von Doyle Brunson und Johnny Chan, mit denen er sich bis dahin den Rekord mit zehn Bracelets teilen musste.

Noch während der WSOP 2007 folgte dann auch die Aufnahme in die Hall of Fame und damit in den erlesenen Kreis der größten Spieler im Pokersport. Seit 1979 wurde insgesamt bisher 35 Legenden diese Ehre zuteil.

Quelle ISA-Guide


Flagge: Germany 2007 - das Pokerjahr im Zeitraffer - Teil 2

02. Januar 2008


Das Jahr 2007 neigt sich dem Ende zu. Für die deutschen Pokerspieler war es ein erfolgreiches Jahr. Zeit, noch einmal die vergangenen zwölf Monate Revue passieren zu lassen. Die Redaktion hat noch einmal die schönsten und aufregendsten Ereignisse ins Scheinwerferlicht gerückt. Aber es gab auch skurrile Ereignisse, die zum Schmunzeln anregten, sowie traurige Nachrichten.

Neben strahlenden Siegern und goldenen Trophäen erlebten wir 2007 auch dunkle Stunden. Betrügereien online wie auch in den Casinos, unehrliche Turnierveranstalter, die gutgläubige Pokerspieler um ihr Geld prellten.

Doch die wenigen Ganoven können die positiven Seiten im Jahrbuch 2007 beflecken, aber sie können die vielen leuchtenden, strahlenden Ereignisse nicht überdecken. Deshalb sollten Sie die Highlights noch einmal genießen und wir uns alle auf 2008 freuen.

Goldener Moment: Michael Keiner

Es gibt Augenblicke, in denen selbst die coolsten Typen ihre Fassung verlieren und ihren sonst so sorgfältig verborgen gehaltenen Emotionen freien Lauf lassen. Für Michael Keiner war der 8. Juni so ein Tag. Mit Tränen in den Augen nahm er in Las Vegas bei der World Series of Poker das Bracelet in Empfang. Sein Bracelet. Gegen 384 Konkurrenten nach drei harten Tagen gewonnen.

Damit schloss sich ein Kreis für den kühlen Doktor, dessen Pokeranfänge zwölf Jahre zurück liegen. Damals, 1995, nahm er als unerfahrener Pokerspieler an seinem ersten großen Turnier teil. Es war die Europameisterschaft im Pot-Limit Seven Card Stud in London. Und auf Anhieb gelang ihm der große Wurf, er gewann den Titel. In der Wüste von Nevada war es wiederum ein Seven-Card-Stud-Turnier, das ihm den größten Triumph seiner Laufbahn bescherte. Dabei musste er Schwergewichte wie Greg Raymer, den Weltmeister von 2004, oder Barry Greenstein am Finaltisch aus dem Weg räumen. "Ein Traum hat sich erfüllt. Ich habe lange darauf hingearbeitet, dass er wahr wird. Ich könnte die ganze Welt umarmen. Ich bin überglücklich. Für mich ist ein Lebenstraum in Erfüllung gegangen", jubelte Michael Keiner nach dem Erfolg. In diesem Moment war der Siegpreis von $ 146.987 wohl in der Wahrnehmung nur noch das Sahnehäubchen auf der Festtafel.

Für viele seiner Profikollegen bot dieser sonst so beherrscht und analytisch wirkende Arzt ein ungewöhnliches Bild. Doch für den Schönheitschirurgen aus dem Taunus war es wie eine Befreiung. Einen Sieg nach einer Durststrecke, ausgerechnet bei der Weltmeisterschaft in Las Vegas zu landen, das ließ alle Selbstzweifel wie eine geplatzte Seifenblase verschwinden. Zwei Jahre ohne Turniersieg, da hatte der heute 48-Jährige schon die Blicke der jungen Spieler gespürt, überlegt, ob der Begriff vom "alten Eisen" auch auf ihn bald zutreffen könnte. Doch seit diesem goldenen Sonntag von Las Vegas sind alle Zweifel beiseite geschoben. Schließlich hat der "Doc" seine Turniergewinne auf knapp $ 740.000 geschraubt, womit er Siebter der deutschen Geldrangliste ist.

Für 2008 hat sich der Weltmeister neue, ehrgeizige Ziele gesteckt. "Ich werde versuchen, ein EPT-Turnier oder einen Event bei der WSOP zu gewinnen", legt er die Latte ziemlich hoch. Aber solche Herausforderungen am Limit, die haben sein Leben immer bestimmt. "Dafür gilt es, hart zu arbeiten." Sein Pokerjahr 2008 beginnt in der nächsten Woche in Irland.

Intensive Arbeit empfiehlt er auch allen, die im Poker vorankommen wollen. Sein Wunsch und Rat für das neue Jahr an alle Pokerspieler: "Lesen und studieren. Objektiv analysieren. Nur so kann man seine Leistung verbessern."

Aufsteigerin des Jahres: Annette Obrestad

Im Internet hatte sich Annette Obrestad als Annette_15 längst einen Namen gemacht, doch so richtig ins Rampenlicht rückte die Pokerspielerin aus Norwegen im September 2007. Den Main Event der World Series Of Poker Europe in London bestimmten zunächst so klangvolle Namen wie Gus Hansen, Patrik Antonius, Annie Duke oder auch Daniel Negreanu. Doch am Ende war es die erst 19-jährige Obrestad, die sich im Heads-up gegen John Tabatabai durchsetzte und sich neben £1.000.000 Siegprämie das goldene Bracelet sicherte.

Sie ist damit die erste Frau, die einen Main Event der WSOP gewinnen konnte und bei der Siegerehrung kullerten Tränen. Annette_15 war so überwältigt von ihrem Triumph, dass sie nur schüchtern mit dem Kopf schüttelte, als Turnierdirektor Jack Effel sie bat, ein paar Worte an die Zuschauer zu richten. Die Pokerwelt war auf den Kopf gestellt und bereits im November bestätigte Obrestad diese Leistung mit dem zweiten Platz beim Event der European Poker Tour in Dublin.


Online-Highlight: Sebastian Ruthenberg

Für einen der spektakulären Höhepunkte im Onlinepoker aus deutscher Sicht sorgte zweifelsohne Sebastian Ruthenberg aus Hamburg. Die Luckbox fesselte ihre Fangemeinde am 17. September an die Computerbildschirme, als er nach fast 18 Stunden mit zwei weiteren deutschen Spielern den Finaltisch des $ 530-No-Limit-Hold'em-Events bei der PokerStars World Championship of Online Poker erreicht hatte. Immer mehr User von IntelliPoker diskutierten im News-Bereich und im Forum über die Siegchancen und drückten den drei Deutschen bis zum Ende fest die Daumen.

Für 666 INRI aus Köln reichte es am Ende zu Platz neun, fredmainiac aus München belegte einen starken sechsten Platz. Sebastian dagegen schaffte es ins Heads-up gegen AB_illusive und dieses Duell war für die beiden Spieler und die zahlreichen Beobachter an Spannung kaum zu überbieten. Mehrfach hatte der Hamburger seinen Widersacher am Rande der Niederlage, musste sich nach insgesamt 21 Stunden Turnierpoker aber mit dem zweiten Platz zufriedengeben. Da sich die beiden Kontrahenten aber auf einen Deal geeinigt hatten, sprangen für Ruthenberg satte $ 260.185 an Preisgeld heraus. Es war der zweite große Zahltag für den 24-Jährigen in diesem Jahr. Im März bei der European Poker Tour in Dortmund hatte ihm Platz drei €220.000 eingebracht.

Die traurigste Nachricht des Jahres: David "Chip" Reese (verstorben)

"Ich habe einen Freund verloren", waren die ersten Worte von Barry Greenstein, nachdem er am 4. Dezember vom Tod von David Edward Reese erfahren hatte. "Chip" Reese wurde nur 56 Jahre alt. Nach einer Magenoperation soll wohl eine unerkannte, verschleppte Lungenentzündung der Auslöser für den frühen Tod des Pokergenies gewesen sein.

Der dreimalige Bracelet-Gewinner hatte in der harten, professionellen Pokerwelt keine Feinde. Obwohl am Spieltisch gefürchtet, fanden ihn die Profis abseits des grünen Filzes ausgesprochen nett. Das größte Lob sprach ihm Pokerlegende Doyle Brunson mit den knappen Worten aus: "Er war der perfekteste Allroundspieler aller Zeiten."

Unter großer Anteilnahme fand der Familienvater in einem weißen Sarg auf dem Friedhof von Las Vegas seine letzte Ruhe.

Auch das gab's: Shannon kam in Down Under nicht an
Es wird keine Liebe zwischen Shannon Elizabeth und den australischen Pokerfans geben. Dafür sorgte die hübsche und überaus selbstbewusste Dame aus den USA allerdings selbst. Bei einem Charity-Turnier wartete die 24-Jährige mit Starallüren auf, die man als Pokerprofi mit nur knapp $ 130.000 nicht an den Tag legen sollte (und wie sich viele Pokermillionäre nie aufführen würden). Da sie offensichtlich keine Lust hatte, in diesem Wohltätigkeitsturnier zu spielen, schob sie mit der ersten Hand alle Chips in die Mitte, verlor und stolzierte davon.

Wenige Tage später wollte sie in den Turniersaal an ihren Platz. Allerdings hatte sie ihren Ausweis vergessen. Der Türsteher ließ Shannon Elizabeth nicht durch: kein Ausweis, kein Turnier! Weder Betteln noch Pöbeln halfen. Die Amerikanerin musste zurück in ihr Hotel, in ihr Zimmer, ihren Ausweis suchen – dann durfte sie mit Verspätung endlich ihren Platz am Tisch einnehmen.

Quelle ISA-Guide


Flagge: Germany 2007 - das Pokerjahr im Zeitraffer - Teil 1

02. Januar 2008


Das Jahr 2007 neigt sich dem Ende zu. Für die deutschen Pokerspieler war es ein erfolgreiches Jahr. Zeit, noch einmal die vergangenen zwölf Monate Revue passieren zu lassen. Die Redaktion hat noch einmal die schönsten und aufregendsten Ereignisse ins Scheinwerferlicht gerückt. Aber es gab auch skurrile Ereignisse, die zum Schmunzeln anregten, sowie traurige Nachrichten.

Neben strahlenden Siegern und goldenen Trophäen erlebten wir 2007 auch dunkle Stunden. Betrügereien online wie auch in den Casinos, unehrliche Turnierveranstalter, die gutgläubige Pokerspieler um ihr Geld prellten.

Doch die wenigen Ganoven können die positiven Seiten im Jahrbuch 2007 beflecken, aber sie können die vielen leuchtenden, strahlenden Ereignisse nicht überdecken. Deshalb sollten Sie die Highlights noch einmal genießen und wir uns alle auf 2008 freuen.

Goldener Moment: Katja Thater

Katja Thater gehört nicht unbedingt zu den stillen Menschen im Land. Durch ihre lebhafte Art vertritt sie Poker in den Medien so herzerfrischend positiv. Egal, ob in der ZDF-Talkshow bei Johannes B. Kerner, beim Talk im Dritten des NDR oder in Werbespots, die Blondine weiß mit Natürlichkeit und flotten Sprüchen viele Menschen für sich einzunehmen und für das Pokerspiel zu werben. Und die Ehrung als Europas "Spielerin des Jahres" erhielt sie vor wenigen Wochen in Paris in Anerkennung ihrer Leistung zurecht.

Doch es gibt solche Augenblicke, da fehlen selbst den muntersten, aufgeschlossensten Menschen einfach die Worte. Das Ereignis, auf das man hingearbeitet hat, das man sich so gewünscht hat, ist eingetreten - und man ist einfach nur sprachlos. Für Katja Thater gab es am 17. Juni so einen Moment. Nach 26 Stunden hatte die Hamburgerin in Las Vegas bei der WSOP das Bracelet und den Weltmeistertitel im Razz gewonnen.

Ein Traum war in Erfüllung gegangen und Katja Thater staunte stumm. Boris Becker, den sein Gewinn der Australian Open in Melbourne 1991 zur Nummer eins der Tennis-Weltrangliste gemacht hatte, war damals einfach aus der Tennisarena in den nahegelegenen Park gerannt, um diesen Augenblick zu genießen und zu verarbeiten. Für Katja Thater führte der Weg zur Zuschauertribüne, auf der ihr Lebensgefährte Jan von Halle saß. Eine Umarmung als Ventil für die vielen Emotionen, die in diesem Moment auf die Pokerspielerin einstürzten.

"Es war ein aufregendes Jahr und ein erfolgreiches Jahr. Man darf bei der Bewertung der Leistungen nicht vergessen, dass ich zwar seit neun Jahren Poker spiele, aber erst seit 18 Monaten im Turniersport antrete. Daher bin ich natürlich mit 2007 glücklich und zufrieden", zog die 41-Jährige kurz vor dem Jahresende Bilanz. Die kann sich sehen lassen: Eine weitere Finaltischteilnahme beim Ladies Event bei der WSOP, ein fünfter Platz bei der European Poker Tour in Warschau, jeweils im Geld in Las Vegas und Barcelona (EPT).

"Ich möchte mich bei meinen vielen Fans bedanken für den Zuspruch und die Unterstützung. Natürlich werden die Erwartungen für das Jahr 2008 steigen, aber ich stelle mich solchen Herausforderungen gern", sagte Katja Thater, ehe sie zum Flughafen fuhr und fügte als Rat hinzu: "Jeder sollte sich Ziele stecken und sich der Aufgabe stellen. Lernen und Versuchen führen oft zum Erfolg. Das gilt nicht nur für Poker. Also viel Erfolg für 2008." Für die Weltmeisterin stehen aber zunächst ein paar ruhige Tage am Strand auf den Bahamas an. Ab 4. Januar beginnt für Katja Thater dann das neue Pokerjahr mit einem Abenteuer. Dann steht das PokerStars Caribbean Adventure, das zur EPT-Tour gehört, auf dem Programm.

Aufsteiger des Jahres: Markus Lehmann

Wenn man von den großen Erfolgen deutscher Pokerspieler im Jahr 2007 spricht, darf man einen Namen nicht vergessen: Markus Lehmann. Denn während Katja Thater, Michael Keiner und Thomas Bihl bei der WSOP in Las Vegas bzw. der WSOP Europe in London Pokerdeutschland mit dem Gewinn ihrer Bracelets verzückten, triumphierte der in Liechtenstein lebende erfolgreiche Geschäftsmann als erster deutscher Pokerspieler bei einem Championship-Event der World Poker Tour.
Im Casino Peralada in Barcelona gewann Lehmann, der über Backgammon zum Poker gekommen ist, am 16. Oktober die erstmals ausgetragene WPT Spanish Championship sowie stolze € 537.000 Prämie und ließ dabei unter anderem auch "The Great Dane" Gus Hansen hinter sich, der am Ende auf Platz fünf landete. Dieser Erfolg ist ein echter Meilenstein, denn zuvor war es noch keinem Deutschen gelungen, auch nur den Finaltisch eines WPT-Turniers zu erreichen.

Onlinestar: Nikolaus Jedilcka

Totgesagte leben länger, so sagt der Volksmund. Deshalb kann sich Nikolaus "Niki" Jedlicka auf ein langes, erfolgreiches Pokerleben freuen. Der 20-jährige Wiener, der unter dem Namen "kaibuxxe" in der Onlineszene weltweit bekannt ist, würde den Titel "Onlinespieler des Jahres" erhalten, wenn es ihn denn gäbe. Niki Jedlicka hat in seinem kurzen Leben als Pokerprofi eine wahre Achterbahnfahrt hinter sich. Mit 18 Jahren viel Geld gewonnen, mit 19 Jahren wieder pleite und in diesem Jahr mit 20 bereits Millionär. Inzwischen spielt er mit Phil Ivey oder Gus Hansen um höchste Einsätze.

Hinter dieser lapidaren Zusammenfassung stecken Tage und Wochen voller Freude, voller Hoffnung, voller Frust. Niki Jedlicka lernte, die Menschen richtig einzuschätzen. Aber er lernte auch, seine Bankroll richtig zu managen. Ob er nun in diesem Jahr zwei, drei, vier, fünf oder mehr Millionen Dollar gewonnen hat, darüber rätselt die Welt. Niki selbst hüllt sich in Schweigen, nur dass er etwas auf die hohe Kante gelegt hat, das erzählt er schon.

Inzwischen taucht der Österreicher vermehrt bei Liveturnieren auf. Auch am Pokertisch macht er inzwischen eine tolle Figur. Zwei Siege bei den Austrian Masters und Austrian Classics und das Erreichen des Final Table beim EPT-Turnier in Barcelona (am Ende Platz sieben) sprechen eine deutliche Sprache.

Noch ein paar Tage Ruhe, dann geht Nikolaus Jedlicka wieder an den Start. Bei den Aussie Million in Melbourne tritt er an. Ohnehin liebt der Wiener Australien und zieht sich immer wieder gern dorthin zurück.

Das Comeback des Jahres: Bill Edler

Wenn man das Pokerjahr 2007 Revue passieren lässt, dann stößt man unweigerlich auf einen Namen: William Edler. Der 43-Jährige begann erst 2005 professionell zu pokern, gehört aber spätestens seit diesem Jahr zur absoluten Weltspitze. Ein Bracelet bei der World Series of Poker sowie Platz 23 beim Main Event, ein Titelgewinn und zwei weitere Finaltische bei der World Poker Tour brachten ihm Preisgelder von knapp 2,8 Millionen Dollar ein und katapultierten Bill in der Geldrangliste 2007 auf Platz sechs.

Den Platz im IntelliPoker-Jahresrückblick verdiente sich Bill Edler aber vor allem durch ein unglaubliches Comeback. Es war der 8. September, der dritte Spieltag der WPT Gulf Coast Poker Championship im Beau Rivage Hotel & Casino in Biloxi (US-Bundesstaat Mississippi), die Blinds waren bei 4.000/8.000 mit einer Ante von 1.000 angelangt und es befanden sich noch 16 Spieler im Turnier. Bill Edler hatte gerade einen riesigen Pot gegen Tim Frazin verloren und ihm blieben zwei mickrige 1.000er Chips - das Turnier war eigentlich schon abgehakt.

Doch es folgte diese typische und gleichzeitig so seltene "A Chip and a Chair"-Geschichte. Innerhalb von wenigen Händen wuchs sein Stack auf 142.000 Chips an und am Ende des Tages hatte er es tatsächlich geschafft: Mit über einer Million erreichte er als Dritter in Chips den Sprung an den Finaltisch der letzten sechs Spieler. Die Heldengeschichte vollendete er dann am nächsten Tag, als er seinen ersten WPT-Titel gewann und $ 747.615 in Empfang nahm.

Auch das gab's: der Hammerschlag des Jahres

Darf man der Werbung eines Kreditkarten-Unternehmens glauben, dann zahlt man mit seinem guten Namen. Andere Menschen zahlen aber auch für einen guten Namen.

Bei einer Auktion des niederländischen Domainhändlers Nicit in Amsterdam wurde die Rekordsumme für eine deutsche Web-Adresse gezahlt. Erst bei €695.000 ließ der Auktionator den Hammer fallen. Der Onlinespielanbieter Partygaming mit Sitz in Gibraltar war der Domainname Poker.de diese Riesensumme wert. Seit 2003 waren Reifen.de mit einem Kaufpreis von €170.000 und Erotikshop.de (€113.000) die "Topadressen" gewesen.
International ist dieser Preis von Poker.de eher Kleingeld. Dass sich Sex gut verkauft, können auch die früheren Besitzer der Domainnamen porn.com und sex.com bestätigen. Die elf Millionen Euro für sex.com bedeuten Weltrekord, dagegen fallen die sieben Millionen von porn.com schon deutlich ab.

Quelle ISA-Guide


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